Rundwanderung Rorichumer Tief

Bei der Paddeltour durch das Rorichumer Tief vor einigen Jahren fielen mir bereits die alten, verfallenen Brücken und der ebenfalls nicht mehr bewohnte alte Bauernhof Tammegast ins Auge. Zeit, sich das Ganze mal genauer anzusehen. Diesmal zu Fuß.

Über den Mittellandsweg geht es auf den unbefestigten Wolder Weg. Schon von weitem sieht man die Bäume, die einen alten Baggersee umgeben. Am Rande des Feldes, entlang des Grabens gelangt man an die äußere Ecke des Sees, von wo aus man auf einem kleinen Weg den See komplett umrunden kann. Ich treffe noch ein älteres Ehepaar, welches von der Ruhe hier schwärmt. Auf dem See schwimmen Enten und Haubentaucher, die sich nach anfänglicher Skepsis kaum noch stören lassen. Das Wasser ist erstaunlich klar, der Boden sandig. Am Ufer wachsen Sumpf-Schwertlilien und der für den Menschen hochgiftige Rote Fingerhut.

Leider gibt es anscheinend keinen Ausgang an der gegenüberliegenden Ecke, also geht es zurück zum Wolder Weg und von dort zum Herrenlandsweg. Jetzt kommt der interessante Teil – existiert die Brücke über das Rorichumer Tief noch? Von weitem sieht es so aus, als wenn der unbefestigte Feldweg davor endet – ein Irrtum, wie sich bald herausstellt, denn der Weg überquert nur einen Graben und geht auf der anderen Seite bis zur Brücke. Allerdings ist er schon lange nicht mehr benutzt worden und stark zugewachsen.

Die Brücke sieht aus, als ob ein Riese das Geländer verbogen hat – auf beiden Seiten! Auch wenn die Holzbohlen nicht mehr besonders vertrauenerweckend aussehen, die Stahlträger sind noch intakt, ich kann die Brücke überqueren.

Von weitem sieht man nun schon den alten, leider verfallenen Hof Tammegast auf einer Warf. Möglicherweise handelt es sich um das bereits 1409 erwähnte Thyadmaragast, ein Name, der aus Thiadmer (Eigenname) und Gaste (Geest) hergeleitet wurde.

Auf einem unbefestigten Feldweg gelange ich zum Hof, der schon sehr lange leersteht und dem Verfall preisgegeben ist. Einige Graffiti und drohende Sprüche, anscheindend von Jugendlichen, warnen vor dem Betreten, was aber angesichts eines drohenden Einsturzes ohnehin nicht ratsam ist.

Leider wird das Gelände offensichtlich zur Müllentsorgung genutzt, es stapeln sich Unrat, Altreifen und Müllsäcke. Ein trauriges Ende für den einst mächtigen Hof.

Die Brücke direkt beim Hof existiert leider nicht mehr, also schaue ich mir die Brücke in der Nähe des Sees an. Auch diese ist schon lange außer Betrieb, für Fußgänger aber noch geeignet. Der Weg führt leider nicht bis zum See, denn dieser ist von einem Graben umgeben. Ein umgestürzter Baum ermöglicht jedoch eine Abkürzung und so geht es am Ufer entlang wieder zurück zum Ausgangspunkt.

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