Rundwanderung Ewiges Meer

Das Ewige Meer ist  bekanntermaßen Deutschlands größter Hochmoorsee. Mit seinen 91 Hektar ist es etwa so groß wie das Kleine Meer (Hieve). Während jedoch das kleine Meer mit dem Gewässernetz Ostfrieslands verbunden ist und auch durch Grundwasser gespeist wird, erhält das hochliegende (8m über NN) Ewige Meer das Wasser und auch die Nährstoffe ausschließlich durch Niederschläge. Daher ist das recht saure Wasser trotz der von den Huminsäuren stammenden braunen Färbung extrem nährstoffarm und praktisch kalkfrei. Hier lebt kein Fisch und keine Muschel – beide brauchen Kalk.

Blick Richtung Ewiges Meer

Entstanden ist das Ewige Meer nach der letzten Eiszeit, also vor etwa 10000 Jahren, als Moorauge in einem Hochmoor. Dabei wächst das Moor langsam (man spricht von einem mm pro Jahr) in die Höhe, indem das Torfmoos jeweils an der Unterseite abstirbt und oben weiter wächst. Entwässert man das Moor, stirbt das Moos und andere Pflanzen breiten sich aus. Das hat man schon auf Anregung des ostfriesischen Naturforschers Otto Leege 1920 erkannt und das Meer 1939 unter Naturschutz gestellt. Trotzdem wurden möglicherweise nach dem Zweiten Weltkrieg Munitionsreste in der Dobbe neben dem Ewigen Meer und anderen Mooren versenkt.

1990 wurde das Gebiet erweitert und die Bestimmungen verschärft, so dass das Meer jetzt ausschließlich auf dem neu angelegten Bohlenweg zu erreichen ist. Vor einigen Jahren wurden an anderer Stelle Teile eines ca. 2000 Jahre alten Bohlenwegs freigelegt (und  nach Dokumentation wieder zugeschüttet), der heutige offizielle Wanderweg ist dem nachempfunden. Bei feuchter Witterung ist er sehr glatt! Auch das Gebiet um das Ewige Meer darf nur noch auf Wegen betreten werden, was aber angesichts der Gefahr des unabsichtlichen Versinkens im Moor ohnehin ratsam ist. Wer sich unsicher ist, kann alternativ die offizielle 32 km lange Ewiges-Meer-Route nehmen. Diese ist beschildert.

Der Bohlenweg

Wer jetzt glaubt, nach Jahren des Abtorfens und Entwässerns ein echtes Hochmoor mit großen Flächen an Torfmoos zu sehen, wird enttäuscht sein. Zum einen wächst das Moor extrem langsam (s.o.) zum anderen hat der Nährstoffeintrag durch die Luft in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, wodurch sich auch andere Arten durchsetzen können. Große Flächen bestehen aus Sumpfgräsern, vereinzelt sieht man Birken und Hartriegel. Trotzdem strahlt das Gebiet eine unheimliche Weite aus und an einigen Stellen kann man sich vorstellen, wie es hier ursprünglich ausgesehen hat.

Die folgende Wandertour (Dezember 2017) führt auf Wegen oder Feldern am Rande des Naturschutzgebietes einmal um das Ewige Meer und den anderen Mooraugen Dobbe, Krickmeer und Kleines Eversmeer herum und ist etwa 15 km lang. Vier Stunden sollte man schon einplanen, Stiefel sind unbedingt empfehlenswert.

Weitere Details gibt es bei den Fotos.

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