Der Hopelser Wald

Zwischen Wiesmoor und Friedeburg liegt der Hopelser Wald, der zusammen mit dem Karl-Georgs-Forst eine recht große Waldfläche zum Spazieren bietet. Zudem findet sich hier ein Hinweis darauf, was dieser Staatsforst mit der durch die Turmruine sehr bekannten St. Mauritius Kirche in Reepsholt zu tun hat. Außerdem gab es hier einmal das Hopelser Meer – finden sich noch Spuren?

Startpunkt ist der große Parkplatz gegenüber der alten Försterei an der Hopelser Straße. Von hier kann man den kleinen östlichen Weg nehmen, der vorbei an Informationstafeln über Waldameisen und andere Tiere des Waldes zu zwei kleinen Teichen führt. Hier hat auch ein Waldkindergarten sein Zuhause.

Der westliche, breitere Weg verläuft vom Parkplatz schnurgerade Richtung Süden. Nach etwa 600 Metern bereits findet man auf der linken Seite ganz unscheinbar das Gelände des des ehemaligen Klosters der Prämonstratenser. Das Kloster wurde bereits 1528 aufgelöst, außer einem kleinen Wall und einem Graben mit Holzbrücke ist nichts mehr davon erhalten. In der Mitte stehen jedoch einige Granitfindlinge, die um 1900 hier als Gedenksteine für einen Cirk von Friedeburg aufgestellt wurden.

Dieser Cirk aus der Familie Kankena war ab 1416 Herr auf der Friedeburg und wollte sich den Cirksenas nicht unterordnen. Als nun 1474 die Truppen von Gräfin Theda, der Witwe des Grafen Ulrich Cirksena, in Friedeburg einmarschierten, verschanzte sich Cirk mit seinen Leuten in dem Kirchturm der Reepsholter Kirche. Daraufhin ließ Gräfin Theda den Turm belagern und schließlich untergraben, wodurch der Turm einstürzte. Die zur Hälfte eingestürzte Turmruine steht heute noch. Der Gedenkstein ebenfalls, die Inschrift lautet:

”CIRC + SIT TIBI TERRA LEVIS”
(Cirk + möge dir die Erde leicht sein).

Damit wäre die Frage nach der Verbindung zur Ruine in Reepsholt gelöst. Wo ist nun das Hopelser Meer? Wandert man an der Mullberger Tuchte, einem kleinen Fließgewässer, Richtung Südwesten, kommt man am Biotop Reitzkämper Moor vorbei. Im weiteren Verlauf würde man jetzt zum Hopelser Meer gelangen, wo es es ab 1710 eine große Reiher- und Kormorankolonie gab, die 1735 auf Betreiben des Drostes des Amtes Friedeburg vollständig vernichtet wurde. Auch das Meer wurde trockengelegt, aufgeforstet und besiedelt.

Von dem Meer ist nichts mehr zu sehen, aber der Wald ist mit 450 ha recht groß und bietet viel zu entdecken. Teiche, Lichtungen, kleine Sandhügel, Laub- und Nadelwald bieten besonders im Herbst zahlreiche Fotomotive.

Für eine Tageswanderung kann man die Strecke auch noch auf den nördlich gelegenen Karl-Georgs-Forst ausdehnen.

Historische Karte mit Klosterstätte und Hopelser Meer

Das Hopelser Meer um 1910 (© LGN)

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