Bilderrätsel 03/2015

Hervorgehoben

Hier gibt’s in loser Reihenfolge Fotos aus irgendeiner Ecke in Ostfriesland. Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken. Wer eine Idee hat, wo das Bild aufgenommen sein könnte, kann die Antwort unten eingeben. Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.

Wo gibt’s diesen „schiefen“ Bogen?

Tipp: in der Nähe steht eine bekannte Kirche

raetsel032015

Knock – Dollart

Die Tour von Petkum aus auf den Dollart wurde bereits mehrfach beschrieben, wer keinen Stress mit dem Leitdamm haben will kann auch mit auflaufendem Wasser vom Fähranleger an der Knock (beim Cafe) starten.

Der Borkum-Katamaran

Der Borkum-Katamaran

Die Buhnen an der Knock sollte man je nach Wind etwas weiträumiger umfahren, dann hält man sich am besten zunächst auf der Seite des Knockster Watts, welches durch Kardinalzeichen für die Schifffahrt gekennzeichnet ist. Am Ende dieser kleinen Bucht kann man nun das Fahrwasser kreuzen. Dabei sollte man sich immer wieder umschauen, der Borkum-Katamaran ist wirklich schnell…

Schräg gegenüber markiert eine Pegelmessstation das Ende des Geisesteerts mit Leitdamm. Hier kann man nun ins Groote Gat fahren, zwischen Geisesteert und Pünt van Reide hindurch. Je nach Startzeit und Wasserstand geht es nun weiter in den Dollart, bis die Tide kippt und es mit dem Ebbstrom wieder hinaus geht. Bei der Planung Windrichtung und -stärke berücksichtigen, Wind gegen Strom gibt besonders am Ende des Leitdamms Kabbelwasser. Auch das Aussteigen bei Niedrigwasser am Fähranleger endet in einer Schlammschlacht, besser ist es bis etwa 2 Stunden vorher.

Alternativ kann man versuchen, bei Hochwasser an der alten Bohrinsel vorbei über den Leitdamm in die Ems zu paddeln, um mit ablaufendem Wasser an Emden vorbei (Vorsicht am Hafen! Gegenüberliegende Seite nutzen!) wieder zur Knock zu gelangen.

Video

Bildergallerie

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Test: Gearlab Akiak (2016)

Nachdem ich jahrelang mit dem Terranova von Avatak (Italien) die Vorzüge des Grönlandpaddels genossen habe, wurde es Zeit für etwas Leichteres, denn mit 1180 g war es doch recht schwer auf längeren Touren. Das unzweifelhaft gute, aber mit € 649,- sündhaft teure und nur mit Schulter lieferbare Lettmann Blacklight kam aufgrund des Preises nicht infrage.

In letzter Zeit wurde im Internet vermehrt über Gearlab Paddles berichtet, eine Paddelschmiede in Taiwan. Diese haben mit dem Akiak nun ein leichtes (850 g), schulterloses und teilbares Paddel im Angebot, bei dem sich sogar die Paddelspitze tauschen lässt. Bestellt direkt beim Hersteller, kostet es je nach Angebot nur etwa die Hälfte des Lettmann-Paddels. Gut, man muss 2 % bei Zoll abdrücken (Sportgerät), aber ansonsten verläuft der Kauf problemlos. Die Teilung ist robust, das Paddel auch, und die ersten Testfahrten nach Spiekeroog und auf dem Kleinen Meer bei ordentlich Wind bestätigen einen guten Kauf. Es liegt trotz fehlender Ovalisierung gut in der Hand, da im Griffbereich bereits das Blatt beginnt, es taucht sauber ein ohne Luft zu ziehen und hat einen exzellenten Vortrieb.

Android-Apps fürs Seekajak

Was gibt’s Neues? Was ist sinnvoll?

Die Zahl der Apps wächst und wächst – was braucht man wirklich? Was funktioniert auch auf dem Wasser? Die folgende Liste ist von 2016, ganz subjektiv und keinesfalls vollständig, hilft aber vielleicht dem ein oder anderen bei der Auswahl. Die meisten hier erwähnten Apps sind zur offline-Nutzung und zumindest in der Basisversion kostenlos, wenn auch teilweise mit Werbeeinblendungen. Man sollte darauf achten, sie direkt aus dem Play Store zu laden, um Viren etc. aus dem Weg zu gehen. Ich nutze ein preiswertes Moto E 2nd Gen., das ist spritzwassergeschützt und hat eine sehr lange Akkulaufzeit. Außerdem ist Android 6.0 bereits installiert.

navi

Moto E2 in Aquapac im Einsatz

Auch wenn ein Smartphone „wasserdicht“ ist, empfiehlt sich die Nutzung einer Schutzhülle, womit für gewöhnlich die Kamerafunktionen nicht mehr nutzbar ist. Man sollte vorher schon mal die Bedienung durch die Hülle üben, Wassertropfen können da manchmal ein Eigenleben verursachen. Man sollte sich auch keine falschen Illusionen über die Lesbarkeit in praller Sonne machen – zum Ablesen muss man es irgendwie Abschatten. Auf dem Kartendeck ist es praktisch unslesbar, besser ist es auf der Spritzdecke, sofern man es dort befestigen kann. Sinnvollerweise hat man vorher die Displayhelligkeit auf den höchsten Wert gestellt.

Navigation

Das Wichtigste neben dem Telefonieren (für das man ohnehin besser ein robustes, wirklich wasserdichtes Tastenhandy nutzen sollte) zuerst: die Navigation mit offline-Karten. Zwei sehr bekannte Apps hierfür sind Oruxmaps und Locus Maps, die beide leistungsmäßig etwa auf gleicher Höhe liegen und für die es aktuelle Foren und Anleitungen auch in deutscher Sprache gibt.

Für beide gibt es zum einen fertige Karten, z.B: auf der Basis von OpenStreetMaps (OSM) auf OpenAndroMaps (von dort lassen sich die Karten sogar direkt mit der App installieren) oder eigene Karten, die mit Hilfsprogrammen wie MobAC (Mobile Atlas Creator) erstellt werden können. Anleitungen hierfür gibt es zuhauf im Netz.

Bei neueren Versionen von MobAC (ab 1.9 beta 2) fehlen aus Copyrightgründen viele Kartenanbieter, daher wird häufig noch die alte Version (z.B. V1.7) verwendet, bei der auch Satellitenaufnahmen oder Hybridaufnahmen zu finden sind. Gerade die Hybridaufnahmen (Bing/Google Hybrid noch bei V1.9) sind für das Kajakfahren teilweise besser geeignet als reine Seekarten auf der Basis von OpenSeaMaps, da auf ihnen z.B. Landmarken zur Peilung abgebildet sind. Die neueren MobAC-Versionen beinhalten fast nur noch Karten auf OSM-Basis.

Ganzkurzanleitung für MobAC 1.9.12/Oruxmaps – ausführlich Anleitungen im Netz:

  • zuerst unter „Settings“ die gewünschten Einstellungen tätigen (Verzeichnis etc.)
  • „Map Source“ laden, z.B. Bing Hybrid
  • zentrieren mit rechter(!) Maustaste, Zoomen mit Mausrad
  • mit linker Maustaste Ausschnitt („Kacheln“) auswählen
  • sinnvolle „Zoom Level“ wählen (z.B. 9/11/13/15, hängt von Karte ab, Größe beachten!)
  • mit „New“ neuen Atlas anlegen und benennen, Format Oruxmaps SQLite
  • „Add Selection“ fügt die Kacheln hinzu
  • „Create Atlas“ – los geht’s
  • am Ende Ordner öffnen und Verzeichnis in das Oruxmaps Maps Verzeichnis des Smartphones kopieren (via USB – große Datenmenge!)
  • in Oruxmaps unter Kartenauswahl das Reload-Zeichen tippen, Karte taucht jetzt auf

Da die Kartendateien bei entsprechenden Zoomstufen recht groß werden können, empfiehlt sich eine Speicherung auf einer externen SD-Karte. Beide Programme erlauben dies, ältere Smartphones können SD-Karten aber oft nur bis 32 GB formatieren. Viele akzeptieren jedoch auch 64 GB, dazu muss die Karte nur vorher auf dem PC formatiert werden. Auch hier benötigt man unter Windows ein Tool wie h2format, um die Karte auf FAT32 zu formatieren.

Mit beiden Apps kann man Tracks aufzeichnen und mit einer Menge an statistischen Informationen verfolgen und auswerten. Von der Bedienung gefällt mir Oruxmaps besser, während LocusMaps etwas stabiler läuft. Der Akkuverbrauch ist ähnlich und erfreulich gering.

Während der Fahrt ist es nützlich, den Sperrbildschirm auszuschalten und gleichzeitig die Energiesparfunktion (Bildschirm ausschalten) beizubehalten, um einerseits den Akku zu schonen und andererseits nicht mühsam durch die Schutzhülle jedesmal Pin oder Geste eingeben zu müssen. LocusMaps erlaubt dies von Haus aus, Orux kann nur den Bildschirm ständig anlassen, was auf den Akku geht. Abhilfe schaffen Apps (z.B. No Lock), bei aktuellen Android Versionen gibt es zudem die Möglichkeit, die Anwendung zu „pinnen“ (Anleitung im Netz unter diesem Stichwort).  Dabei bleibt die gewünschte App ohne Sperrbildschirm, alle anderen Apps sind gesperrt, der Bildschirm schaltet aber trotzdem wie gewohnt ab. Sehr nützlich auch falls man das Smartphone an andere Personen gibt. Zusätzlich hat Android die Möglichkeit des Sperrens nur wenn das Gerät nicht bewegt wird. Alles zu finden in den Systemeinstellungen.

Für allgemeine GPS-Daten (Position, Geschwindigkeit, Satelliten etc.) gibt es auch kleinere Apps wie z.B. GPS-Test. Gegen Geld kann man natürlich auch „echte“ Navigationssoftware wie z.B. Navionics nutzen, die aktuelle Seekarten auf das Smartphone bringen.

Eine laminierte Seekarte und einen „mechanischen“ Kompass sollte man trotzdem immer dabei haben, zumindest wenn man in unbekannte Gewässer kommt.

Gezeiten

Natürlich kennen alle die BSH-Seiten, die Wasserstandsvorhersage und den kleinen Tidenkalender. Nicht ganz so genau, aber durchaus brauchbar errechnet die Tide Prediction App die Gezeiten für unzählige Orte auf der ganzen Welt, sofern eine Station in der Nähe in der Datenbank gespeichert ist. Die Abweichungen liegen bei wenigen Minuten, zudem wird der Verlauf graphisch dargestellt und man kann beliebig tageweise vor- und zurückblättern. Das alles offline!

Wetter

Eine längerfristige Wettervorhersage ist nur mit einer online-Verbindung möglich. Dafür gibt es mehrere z.T. kostenlose Apps, unter anderem auch vom Deutschen Wetterdienst (DWD, WarnWetter). Ganz nützlich sind Apps wie Windfinder für die Windvorhersage und Wetterradar-Apps, um Niederschläge und – weitaus wichtiger – Gewitter vorherzusagen. Alle Apps findet man ohne Probleme im Play Store.

Und sonst?

Natürlich gibt es noch viel mehr, aber zum Paddeln braucht man nun mal die Hände, dadurch wird die Nutzung natürlich eingeschränkt. Für den Notfall gibt es Erste-Hilfe Apps, Schweizer Taschenmesser und anderen Schnickschnack. Wirklich brauchen tut man es eher selten.

Für Mehrtagestouren sollte man unbedingt einen Akkupack mitnehmen. Es gibt Akkus mit eingebauten Solarzellen, aber davon sollte man sich nicht zu viel versprechen, wirklich Laden geht nur bei praller Sonne und dauert. Da man tagsüber paddelt, funktioniert es höchstens an Pausentagen.

Leybuchtsiel und Störtebekerkanal

Die neue Verbindung Norden – Greetsiel

Das Norder Tief hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Bis Juli 1929 mündete es als Norder Außentief ohne Siel in die Leybucht und stellte damit eine direkte Verbindung zwischen Nordsee und Norder Hafen dar. Allerdings war die enorme Verschlickung nicht mehr in den Griff zu bekommen, so dass man sich entschloss, den Mündungsbereich einzudeichen und mit einem Siel zu versehen.

Schleuse Leybuchtsiel

Schleuse Leybuchtsiel

Durch weitere Verlandung der Leybucht wurde die Entwässerung durch das Siel alleine durch die Gezeiten immer problematischer. 1962 entschloss man sich daher, ein Schöpfwerk neben dem Siel zu bauen. Aber auch das war bereits 30 Jahre später nicht mehr in der Lage, das Gebiet zu entwässern, zu stark verlandete die Leybucht. Auch das Wattfahrwasser durch die Leybucht konnte kaum noch genutzt werden.

Da eine geplante Eindeichung der gesamten Leybucht vor allem aus Naturschutzgründen nicht durchgeführt werden konnte, wurde eine andere Lösung realisiert, bei der ein Siel am Ende einer künstlichen Halbinsel (Leyhörn) angelegt wurde. Diese eingedeichte Halbinsel umschließt ein Speicherbecken, in das mit dem Bau des Störtebekerkanals nun das Norder Tief entwässert. Damit ist Norden nun wieder für Sportboote von der Nordsee aus erreichbar. Zuvor war es nicht möglich, aus den Gewässern der Krummhörn auf Binnenwasserwegen nach Norden zu gelangen.

Direkt bei der Schleuse gibt es eine Paddel- und Pedalstation.