Ayenwolde ist ein kleiner, recht abgeschieden liegender Ort in der Gemeinde Moormerland. Der im Zuge der Moorkolonisation entstandene Ort ist sehr alt, auf dem unter Denkmalschutz stehenden Hügel „olle Karkhof“ stand bis 1461 (je nach Quelle auch bis 1566) die Ayenwolder Kirche. Reste dieser Kirche wurden später für den Bau einer gemeinsamen Kirche mit dem benachbarten Ort Hatshausen verwendet. Ganz in der Nähe wurden vor einiger Zeit zwei kleine Binnenmeere renaturiert, das Tweedemeer und das Geetjemeer. Daneben gibt es noch das Puddemeer und das Hammeer, die aber beide im Naturschutzgebiet Fehntjer Tief liegen und damit für Normalsterbliche nicht betreten werden dürfen.

Startpunkt ist der alte Friedhof, auf dem außer einigen alten Gräbern nichts mehr auf die Kirche hinweist, die hier mal gestanden hat. Nicht weit entfernt am Puddeweg liegt das renaturierte Greetjemeer („Greta“: Uferschnepfe), welches bereits kurz vor der völligen Verlandung stand. Nach intensiven Baggerarbeiten sind wieder offene Wasserflächen und große Röhrichte entstanden, das Greetjemeer geht jetzt ins Tweede Meer über und hat Verbindung zum Rorichumer Tief. Hier soll sich neben anderen seltenen Arten die in Ostfriesland inzwischen fast ausgestorbene Rohrdommel wieder ansiedeln.

Die Brutsaison hat noch nicht begonnen, das Wetter ist mild, also spricht nichts gegen einen kleinen, vorsichtigen Blick auf das Meer. Ein paar Reiherenten bemerken mich und schwimmen langsam zum anderen Ende des Sees. Ein paar Meter weiter befindet sich einer erster Ansitz, von denen in nur wenigen Metern Entfernung noch viele weitere folgen, sogar ein Hochsitz in unmittelbarer Nähe eines Futterplatzes. Haufenweise leere Schrothülsen weisen darauf hin, dass die Ansitze tatsächlich zur Jagd und nicht nur zur Beobachtung genutzt werden. Reste von Tarnnetzen und -folien liegen verweht im Schilf, eine alte Optimistenjolle liegt umgedreht im Nass. Sogar eine neue mit Erde bedeckte Betonrohrfalle wartet auf einen unvorsichtigen Fuchs – oder was immer sich sonst noch damit fangen lässt. War das der Sinn des Projektes?

Ich habe die Nase voll und gehe auf dem Puddeweg Richtung Puddemeer („Pudde“: Kröte) und Hammeer, welches allerdings nur aus der Ferne beobachtet werden kann. Hier gibt es keine offenen Wasserflächen, es handelt sich um sehr tief liegende Feuchtwiesen mit ausgedehntem Röhricht. Mittendrin ein Hochsitz. Außer einem der mittlerweile in Ostfriesland recht häufigem Silberreiher gibt es nicht viel zu fotografieren, also drehe ich um und suche auf der gegenüberliegenden Seite des Fehntjer Tiefs nach Motiven.

In Ihlowerhörn an der Balklandswieke liegt ein Gehölz außerhalb des Naturschutzgebietes. Dort gelingen noch ein paar schöne Aufnahmen, bis es langsam dunkel wird.

Alle Aufnahmen: Fuji X-T2 mit 18-55mm/50-230mm, Stativ, darktable 3.0

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