Wandern

Wanderungen am Lago Maggiore

Abenteuerliche Routen

Auch wenn der See zum Dauerbaden und Paddeln einlädt, man kann hier auch großartige Wanderungen unternehmen. Das milde Klima hat Einfluss auf Tier- und Pflanzenwelt und so sieht man den bei uns seltenen Hirschkäfer hier regelmäßig. Die harmlosen Skorpione eher selten, da sie nachtaktiv sind. Da hier so ziemlich alles wächst, ist die Fauna rund um den See schon lange nicht mehr natürlich. Die chinesische Hanfpalme hat schon früh die Gärten verlassen und wächst überall, die von Bauern angepflanzten Esskastanien besiedeln ganze Hänge, auch wenn sie kaum noch geerntet werden. Viele Ruinen mitten in den Wäldern zeugen von der Vergangenheit der Bergbauern.

Was ursprünglich im ersten Weltkrieg ein Verteidigungswall gegen deutsch-österreichische Angriffe werden sollte, aber nie genutzt wurde, ist heute ein beliebtes Ziel von Wanderern: die Linea Cadorna. Die alten Militärstraßen und Schützengräben sind heute Teil von Wander- und Trekkingrouten, die unzähligen in den Berg gesprengten und gegrabenen Höhlen sind vielerorts begehbar, wenn auch nicht immer ungefährlich.

Gipfel wie der Monte Tamaro oder Mottarone bieten bei gutem Wetter einen Rundumblick bis Mailand oder sogar zum Apennin und sind auf jeden Fall den Aufstieg wert.

In der Nähe von Sarigo gibt es den Cascata della Froda, ein sehr hoher Wasserfall, der auch mit Kindern erreichbar ist. Die drei Wasserfälle des S. Giulio in Cittiglio dagegen sind nur erfahrenen Kletterern zu empfehlen. Während der erste Wasserfall problemlos erreichbar ist, ist der Weg zum zweiten kaum zu finden und nach einem Unwetter verschüttet. Es gibt an einigen Stellen ein paar alte Seile als Kletterhilfe, Vorsicht ist aber auf jeden Fall angesagt. Wer sich nicht zurücktraut, kann am letzten Wasserfall auch die Straße nutzen, dazu kurz vor dem Wasserfall den steil nach oben verlaufenden Pfad hochklettern.

Wer lieber im Fels und mit Ausrüstung klettert, sollte sich in Maccagno den Kletterpark Il Cinzanino ansehen. An den Palestra di roccia kann man fast alle Schwierigkeitsgrade klettern.

Gar nicht Klettern dagegen sollte man auf den alten Kalkbrennöfen in Caldé. Trotzdem lohnt sich eine Besichtigung, wenn auch auf eigene Gefahr, denn offiziell ist der Weg gesperrt. Die Italiener hindert das aber auch nicht, und so kann man eine schöne Wanderung vom Parkplatz Caldé aus zur Kirche und weiter auf den Monte Caldé mit Ehrenmal machen, um auf dem Rückweg am Bahnhof Porto Valtravaglia vorbei den Weg zu den Öfen suchen. Bei hohem Wasserstand muss man eventuell die Schuhe ausziehen, um durch das Wasser den Zaun zu umgehen.

Eine andere Möglichkeit ist ein Rundweg von Calde durch Nasca und Sarigo, zwei Dörfer, in denen die Zeit stillgestanden zu sein scheint.

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Karte

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