Die Wüstenei in Leer

„Woestenee“ oder später „Wüstenei“, also wüstes Land, wurde die zu Nüttermoor gehörende Kolonie 1805 genannt. Sie liegt am Rande des ehemals großes Moores „Veenhuser Königsmoor“. Heute wird das mittlerweile größtenteils kultivierte Gebiet vom Autobahndreieck A31/A28 durchschnitten. Auf der östlichen Seite wurde ein Teil des Moores unter Naturschutz gestellt, aber auch auf der westlichen Seite der Autobahn gibt es noch Reste des Moores, die sich mit kleinen Gehölzen abwechseln.

Die Birkenwälder haben sich selbst gepflanzt, dazwischen stehen Eichen und hin und wieder auch Nadelbäume. Auf alten topographischen Karten ist in der Nähe der Autobahn ein Symbol für einen „ausgezeichneten Baum“ zu finden, und tatsächlich findet man hier eine sehr alte Eiche. Leider liegt auch viel Müll in der Landschaft, dem Aussehen nach teilweise schon seit Jahrzehnten.


Kommentare

4 Kommentare zu „Die Wüstenei in Leer“

  1. Habe dort auch einige Jahre gewohnt. Moorkate ist ursprünglich, sollte unter Denkmalschutz. Hatte Besuch im Alkoven untergebracht im Ofenzimmer! Ja, die laute Autobahn, bei Südwind besonders. Die Moorkate steht auf einer Quarzsandinsel und auf Torf. Je nach Feuchtigkeit hebt und senkt sich alles. Enorme Risse überall – sehr zugig im Winter, kaum zu heizen. Dennoch: als Ferienwohnung sicher ein echtes Ostfriesland-Erlebnis aus vergangenen Zeiten. Rehe und Fasane im Garten. Echtes Moor gegenüber.

  2. Uwe Plagge

    In der Wüstenei habe ich ab 1985 einige Jahre in einer der noch erhaltenen Moorkaten gelebt.
    War eine sehr schöne Zeit, aber leider hat die Autobahn dieses kleine Paradies zerstört. Die Geräuschemission war nicht zu überhören, besonders, wenn einem die Stille von früher noch bekannt war.

    1. Die Autobahn hat vieles zerschnitten, aber beim Dreieck Leer ist es schon drastisch. Den Krach fand ich nicht so schlimm, der ist aber auch
      extrem von der Windrichtung abhängig, bei Ost-/Südostwind ist es sicher nerviger.

  3. „Phantastische Wesen“ kann ich zu den Bäumen und Gewächsen nur sagen; ich bekomme dann immer Ehrfurcht vor der Natur, bin aber auch mit dem Blick für die Natur durch meinen Vater groß geworden. Selbst die Zivilisationsrückstände werden von der Natur für sich beansprucht und entwickeln ebenso wie Wracks im Meer ein Eigenleben. Immer wieder ein Genuss, was Natur zu bieten hat!

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