Uttumer Tief, Kloster Uppingen

Auf dem Alten Greetsieler Sieltief und dem Uttumer Tief durch die Krummhörn

Papetjüch, Ponderosa und viele Kloster – es sind schon interessante Orte, die einem auf der folgenden Tour begegnen. Startpunkt ist die Brücke vor Wirdum über das Alte Greestsieler Sieltief. Schon nach wenigen Metern Richtung Eilsum geht rechts das Wirdumer Tief ab, welches jedoch im Ortskern endet. Es folgen die beiden Höfe Elisenfeld (links) und die Ponderosa, ein Aussiedlerhof.

Lichtspiegelungen

Nach einigen Kehren gelangt man nach Grimersum, eines der vielen Warfendörfer der Krummhörn. Hier kann man die aus dem 13. Jahrhundert im romanogotischen Stil errichtete Kirche besichtigen, außerdem lassen sich am Ostende die Reste der jüngeren von zwei mittelalterlichen Burganlagen besichtigen.

Weiter geht es in der Nähe der Grimersumer Straße nach Eilsum, eine der ältesten Siedlungen der Krummhörn, früher Edelsum, Ethilsum (Ethils: Eils-Heim) und Edelsheim genannt. Man kann sich kaum vorstellen, dass dieses Dorf im 15. Jahrhundert ein Sielort war, dessen Sieltief nördlich von Grimersum in die Leybucht mündete. Da es Außendeichs lag, gelangte das Salzwasser der Nordsee bis zum Ort. Das Siel musste aufgrund von Verschlammung zweimal verlegt werde, 1461 in die Nähe der Ziegelei (Angernwehr) und 1605 mit einem Stichkanal in die Nähe von Greetsiel. Das Oll’ Deep, ein jetzt toter Wasserarm, erinnert an diese Zeiten.

Auch Eilsum besitzt mit seiner zwischen 1240 und 1250 erbauten Kirche eine außerordentliche Sehenswürdigkeit, dort wurde 1964 eine Secco-Malerei (secco: trocken) entdeckt und später freigelegt.

In Eilsum biegen wir links auf das Uttumer Tief ab, vorbei an historischen Brückenpfeilern aus Backstein zur Betonbrücke der Grimersumer Landstraße. Ein Baum versperrt größeren Booten hier die Durchfahrt. Das Uttumer Tief (früher: Wolder Tief) ist kleiner als das Sieltief und häufig flach und zugewachsen. Es geht jetzt nach Uttum (Utheim, Uthym, Ottem, Otthem, Ottheim, seit 1425 Uttum: Heim des Utte), welches schon von weitem am Schornstein der ehemaligen Ziegelei zu erkennen ist. Auch Uttum, einst Propstei und Häuptlingssitz, besitzt neben der Kirche aus dem Jahre 1250 noch weitere Sehenswürdigkeiten, unter anderem Überreste einer im 18. Jahrhundert abgerissenen Burg, ein gut restauriertes Steinhaus aus dem Jahre 1597 sowie eine derzeit flügellose Mühle aus dem Jahre 1856. Die 1898 errichtete Ziegelei ist bis auf den Schornstein größtenteils abgerissen und kann nicht besichtigt werden.

Gegenüber der Ziegelei zweigt der Karlshofschloot ab, über den man bei hohem Wasserstand bis fast zum Ausgangspunkt gelangen kann. Um diese Jahreszeit ist jedoch der Wasserstand zu niedrig und das Schilf zu hoch, weshalb ich nur die ersten paar Meter erkunde.

Gleich hinter Uttum liegt die Domäne Papetjüch, der Sage nach (Hartenroth) ein Kloster, an dem nicht folgsame Geistlichte (Pape: Pfaffe, Geistlicher) in der Abgeschiedenheit gezüchtigt (Tjüch: Zucht) werden sollten. Andere Erklärungen (O. G. Houtrouw) gehen eher in die Richtung Viehzucht, also ein Hof, der für die Klöster Viehzucht betreibt.

Gegenüber von Papetjüch liegt Kloster Miedelsum (Mydelsum), welches tatsächlich 1402 als Kloster-Vorwerk errichtet wurde. Es handelte sich um eine Schenkung der Häuptlinge Keno und Enno an die Geistlichen aus Abbenwehr.

Das nächste ehemalige Kloster ist nicht weit, es folgt auf der linken Seite und ist vom Boot nur schwer zu erkennen, da das Uttumer Tief bei niedrigem Wasserstand recht weit eingeschnitten ist. Kloster Uppingen besteht aus zwei Höfen und wurde bereits 1437 als Kloster-Vorwerk erwähnt.

Kurz bevor das Uttumer Tief in das Alte Greetsieler Sieltief mündet, gibt es noch links die Möglichkeit, bei gutem Wasserstand über den Uppingerschloot zurück zu paddeln. Dazu muss man an der Oll Drift (Wirtschaftweg) in den Vordermeedenschloot umsetzen.

Aufgrund des niedrigen Wasserstandes geht es jedoch weiter zur Kreuzung Bevenburg (unter Bootsfahrern auch Dreisprung genannt), dort links zum Alten Greestsieler Sieltief. Rechts liegt das ehemalige Kloster Aland (Eiland), dessen Vorwerke die eben genannten Klöster sind. Der Name deutet darauf hin, dass dieses Kloster sich nach den Sturmfluten des 12. Jahrhunderts auf einer Insel in der Leybucht befand. Im 16. Jahrhundert wurden durch die Reformation sämtliche Klöster aufgelöst und gingen als Domänen in fürstlichen oder staatlichen Besitz über. Die Namen der Höfe Aland, Weel Aland, Kloster Aland und Meer Aland erinnern noch heute an die ehemalige Insel.

Bald mündet rechts der Durchstich von der Abelitz in das Sieltief, etwas weiter ist die Einsetzstelle erreicht.

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