Groß Heikeland

Groß Heikeland Rundtour

Soweit die Füße tragen…

Bereits auf der Abelitztour gab es noch eine Vielzahl von interessant erscheinenden Abzweigungen, die auf einer weiteren Tour erkundet werden sollten. Die ursprüngliche Idee, auf der Maar durch Upende bis zum Abelitz-Moordorf-Kanal (AMK) zu gelangen und über das Schweitief zurück zu fahren, erwieß sich aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Maar bei Upende als nicht durchführbar.

"Wildwasser" in Ostfriesland
„Wildwasser“ in Ostfriesland

Stattdessen geht es von der Einsetzstelle an der Brücke über den AMK bei Hogelücht Richtung Großes Meer. Nach etwa einem Kilometer geht es rechts ab auf das Marscher Tief, weiter unter der Eisenbahnbrücke durch, vorbei am Bootsverein und unter der Bundesstraße durch. Links zweigt bald der Meedekanal ab (nach 200 m folgt ein Pumpwerk). Kurz vor den Meerbuden am Großen Meer geht es rechts auf den Burhafer Meerschloot, der jedoch nach wenigen 100 Metern zugeschüttet wurde, um die Wasserqualität des Großen Meeres zu verbessern. In der Folge verlandete jedoch der Schloot, so dass man zum Umtragen früh genug aussteigen sollte, um nicht im Schlamm zu versinken. Hinter dem Damm geht es weiter bis links der Groß Heikelander Schöpfwerksschloot abzweigt, wieder muss zunächst ein Damm umtragen werden. So geht es munter weiter, nach 100 m bereits der nächste Damm. Dann geht es erst rechts, dann links bis zur nächsten „Doppel-Brücke“ (Groß Babel / Marscher Weg zur Bedekaspeler Marsch), die man am besten gleich beide umträgt. Hier hat man langsam die Nase voll vom Tragen.

Es geht wieder weiter mit einigen Kehren bis zur Bundesstraße. Links die „Ruine“ der alten Hofstelle „Sunke Marum„, wo vor einiger Zeit einige alte archäologische Fundstücke entdeckt wurden. Das Haus liegt an einem vom Loppersumer Meer kommendem Schloot, der eine alternative Route darstellt (Marscher Tief weiter bis Loppersumer Meer, dort rechts ab an den Meerbuden vorbei, siehe Bildreihe unten). Die „Brücke“ der Bundesstraße ist leider nur ein versacktes Rohr, ein Durchfahren unmöglich. Also wieder umtragen. Weiter geht es auf dem Schöpfwerksschloot zum nächsten Damm – wieder umtragen. Die Gleise rücken näher, damit auch die Frage, ob es diesmal ein Brücke gibt oder wieder nur ein kleines Rohr. Umtragen über ein Bahngleis? Oh weh… zum Glück erweisen sich die Bedenken als unbegründet. Besser noch: ab hier beginnt der schönste Teil der Fahrt!

Die Durchfahrt unter der Eisenbahn birgt eine Überraschung: über mehrere Wassertreppen plätschert das Wasser in die Tiefe – und das in Ostfriesland. Da ich kein Thermoplast-Kajak habe, steige ich lieber aus und hebe das Kajak über die Stufen. Danach beginnt eine echte Wildnis. Der Wasserstand ist extrem niedrig, ohne das Schilf am Ufer könnte man meinen, in einem Priel zu fahren – überall trockengefallener Schlamm. Einige Bäume und Büsche versperren den Weg, aussteigen geht nicht, also Paddel längsseits und an den Ästen durchziehen. Rechts liegt der Hof „Groß Heikeland„, eine kleine Brücke führt über den Schloot zu „Klein Heikeland“. Zunächst wird der Wasserlauf breiter, dann wieder so schmal, das das Paddel rechts und links das Ufer berührt. Seltene Tiere gibt es zuhauf, sogar ein Baumfalke sitzt auf einem Zaunpfahl.

Nach etwa 2 km weitet sich der Lauf, es taucht in der Ferne das Pumpwerk auf. Kurz vorher zweigt rechts der Strengschloot ab, auf dem geht es weiter zur Einsetzstelle wie in der Abelitztour beschrieben.

Karte

Bildergalerie

Alternative Route