Ems und Hatzumer Sand

Der Hatzumer Sand ist neben dem Bingumer Sand ein der beiden letzten verbliebenen Inseln der Unterems. Die Insel ist unbewohnt und wird auch nicht bewirtschaftet, daher wird sie von zahlreichen Vögeln gerne als Brutgebiet genutzt, zumal die Insel Schutz vor Bodenfeinden wie Fuchs oder Wiesel gibt. Zur Fahrwasserseite ist die Insel mit Steinwerk befestigt, auf der anderen Seite gibt es nur Schlickufer.

Für Kajakfahrer interessant ist auch der kleinere Emsarm: bei entsprechenden Windverhältnissen (auflaufendes Wasser: Südostwind, ablaufendes Wasser: Nordwestwind) bauen sich hier stehende Wellen auf, auf denen man ein wenig surfen kann.

Meine Tour (2007) beginnt in Oldersum, beim Anleger des Yacht-Clubs Unterems. Das Tor ist offen, also frage ich höflich, ob ich den Anleger zum Einsetzen nutzen kann. Ein freundlicher Skipper erlaubt mir dies, also lege ich schon mal das Kajak auf den Steg und hole die anderen Sachen. Auf dem Rückweg läuft ein älteres Ehepaar vor mir und zieht das Tor zu – ich komme nicht mehr zum Kajak.

Rufend mache ich auf mich aufmerksam, der freundliche Skipper ist schon mit dem Boot ausgelaufen, die Frau kommt langsam zurück. Ich erkläre die Situation und das Tor wird geöffnet – Das Tor ist aber normalerweise immer zu! lautet der Kommentar. Ich packe schnell meine Sachen ins Boot und fahre los. Falls das Tor geschlossen ist, kann man auch direkt am Ufer einsetzen, allerdings muss man wegen der Steindecke vorsichtig sein.

Mit auflaufendem Wasser geht es zum Hatzumer Sand. Der Wind weht kräftig aus Südost, die Wellen sind kurz und steil. Viele Boote nutzen das auflaufende Wasser zur Rückfahrt, es herrscht reger Verkehr. Ich fahre östlich an der Insel vorbei und erkunde dabei einige der tief in die Insel geschnitteten Priele, was nur bei Hochwasser möglich ist. Während der Brut- oder Rastzeit sollte man nicht aussteigen, ohnehin wird die Insel wahrscheinlich bald unter Naturschutz stehen und dann nicht mehr betreten werden dürfen.

Am Ende der Insel bauen sich einige stehende Wellen auf, so dass ich ein paar Meter surfen kann. Weiter geht es am Ufer entlang, bis auf der anderen Seite die alte Ziegelei Cramer auftaucht. Jetzt muss die Ems gequert werden, dabei auf den Schiffsverkehr achten. An der Einfahrt zur Midlumer Sielmuhde kann man sogar mit dem Kajak aufsetzen – ein gelbe Boje zeigt die Untiefe an. Der Sielhafen ist ein trockenfallender Sportboothafen an der ehemaligen Ziegelei Cramer und diente vorher als Frachtschiffhafen, um Feuermittel (Kohle) anzuliefern. Die Ziegelei Cramer/Leding ist eine der ältesten Ziegleien im Rheiderland, mehr zur Geschichte und zum geplanten Ziegleimuseum unter Ziegeleimuseum in Midlum.

Mittlerweile hat die Ebbe eingesetzt, mit Wind und ablaufendem Wasser geht es zügig zurück nach Oldersum, dieses Mal auf der Fahrwasserseite am Hatzumer Sand vorbei. An der Steganlage frage ich wieder einen Skipper, ob ich dort das Kajak aus dem Wasser holen kann. Kein Problem, heißt es freundlich…

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