Ostfriesland entdecken

Der Dollart

Tourenverlauf Tourenverlauf (Karte)

Ems und Dollart
Der Dollart

Der Dollart (niederländisch: Dollard, plattdeutsch: Dullert) ist eine etwa 100 km2 große Meeresbucht, die im 13. und 14. Jahrhundert durch mehrere Sturmfluten der Nordsee entstanden ist. Bei der Entstehung des Dollart sind über 30 Dörfer untergegangen (das Dorf Torum lag direkt hinter Pogum an der Emsmündung, wo heute der Geise-Leitdamm beginnt), die größte Ausdehnung hatte der Dollart im 16. Jahrhundert, als Bunde sogar ein Hafenort war. Auch gab es mehrere Inseln. Der Dollart wird von der Deutsch-Holländischen Grenze durchschnitten, außerdem gehört ein großer Teil des Dollart, das ehemalige Naturschutzgebiet am Ostufer, jetzt zur Ruhezone I des Nationalparks Wattenmeer und darf somit nicht mehr betreten werden.

Der Sage nach hat schon mancher Schiffer, der bei ruhigem Wellengang mit seinem Boot über den Dollart fährt, schon auf dem Meeresgrunde Häuser und Türme erkennen können, und andere haben bei stillem Abendwetter ein Glockenklingen aus der Tiefe gehört... Tatsächlich tauchen manchmal noch Fundstücke aus den alten Orten wieder auf, die einen daran erinnern, dass man über versunkene Dörfer fährt.

Trotz der Einschränkungen durch die Nationalparkverordnung ist der Dollart wie auch der gesamte Bereich der Emsmündung für Kajakfahrer interessant. Der gesamte Bereich nördlich des Geise-Leitdamms sowie ein Teil südlich davon dürfen befahren werden, außerdem gilt die 3-Stunden-Regelung, nach der man die Ruhezone 3 Stunden vor bis 3 Stunden nach Hochwasser befahren darf. Da man den Geise-Leitdamm ohnehin nur während dieser Zeit überfahren kann, gibt es keine Probleme, sofern man das Trockenfallen in der Ruhezone vermeidet. Bei der alten Bohrinsel Dyksterhusen gibt es zudem eine offizielle Bade- und Surfmöglichkeit, wo man auch für einen Rundkurs in das Wymeerer Sieltief umsetzen kann.

Gefahren

Ems und Dollart
Paddeln auf dem Dollart

Was schon auf der "Ems und Umland" Tour erwähnt wurde, gilt im Mündungsbereich erst recht: Sicherheit geht vor. Eine entsprechende Ausrüstung (abgeschottetes Kajak, Kälteschutz, Schwimmweste, Ersatzpaddel, Handy usw.) ist Pflicht. Der Gezeitenstrom darf nicht unterschätzt werden, wer kentert und nicht rechtzeitig ins Boot zurückkommt, kann ziemliche Probleme bekommen. Der Schiffsverkehr ist stark, die davon erzeugten Wellen ebenso. Ab Emden Richtung Borkum stellt die Hochgeschwindigkeitsfähre eine besondere Gefahr dar. Bei starkem Wind gegen den Strom gibt es Kabbelwasser, im Zweifel bleibt man besser an Land oder fährt binnendeichs.

Einsetzen

Eine gute Möglichkeit, trocken einzusteigen, bieten die Fährhäfen Petkum und Ditzum. Man sollte jedoch immer ein Auge auf die Fähre werfen, um nicht im Weg zu sein oder beim überhastetem Einsteigen ins Wasser zu fallen - Zuschauer gibt es dort immer! Von Petkum aus kann man per Seilfährentechnik zunächst zum anderen Ufer wechseln und dort auch gegen den Strom Richtung Pogum fahren, sofern man dicht am Ufer bleibt. Einige Prikken, Reusen und Buhnen müssen umfahren werden. Kurz hinter der Einmündung zum Pogumer Hafen geht ein größerer Priel ab, auf dem man je nach Gezeitenstand bis zum Leitdamm fahren kann.

Eine kurze Fahrt zum Dollart

Samstagnachmittag, kein Schlechtwetter laut Vorhersage und Wetterradar, mittelwarm, sehr windig - ein erster Test mit dem Seekajak auf echtem "Salzwasser". Neo, Schwimmweste, Ersatzpaddel - die Zuschauer kommen voll auf ihre Kosten. Wie oft bin ich hier schon in mein Wanderkajak gestiegen? Nun, das Seekajak ist ungleich kippeliger, ich bin froh, trocken hinschlüpfen zu können. Spritzdecke zu, Paddelleine anlegen, los geht's. Bis zur Mündung in die Ems ist alles ruhig, fotografieren ist möglich. Dann wird es anspruchsvoller: gegen den Wind und gegen die Strömung geht es auf die andere Seite. Dort nahe am Ufer dann Richtung Dollart - paddeln was das Zeug hält. Unangenehm ist es immer dann, wenn Buhnen und Reusen umfahren werden müssen. Ganz unangenehm wird es, als sich die Blase meldet. Neoprenanzug, Spritzdecke, Schwimmweste, Strömung und Wind - watt nu? Hinter Pogum geht ein kleiner Priel ab. Also mit Anlauf rein bis das Kajak aufsitzt, Spritzdecke auf, Neo auf und... dann kommt die Flut, das Kajak schwimmt auf, wird kippelig, aber zum Glück sitze ich rechtzeitig wieder. Puuh - in das Watt möchte ich nicht fallen - knietief und fast schwarz.

Etwas weiter geht ein größerer Priel ab, und mit auflaufendem Wasser geht es gemächlich weiter. Der Boden des eifrig strömenden Priels ist fest, so wie es die Physik vorschreibt. Hier hätte man aussteigen können. Der Leitdamm nähert sich. Es sind noch über 3 Stunden bis Hochwasser, ich komme noch nicht rüber und die Wolken halten sich mal wieder nicht an die Vorhersage, es wird zunehmend dunkler, der Wind frischt mal auf. Ich entschließe mich zur Umkehr, um auf der Ems noch etwas in den Wellen zu üben. Auf der Ems dann bin ich froh, ohne zu kentern das andere Ufer zu erreichen - die Wellen und der Wind werfen mich fast um. Fotografieren unmöglich. Am Petkumer Hafen kommt mir die Fähre entgegen, ich habe also genügend Zeit zum aussteigen.

Dollartfahrt, Teil 2

Bei der nächsten Fahrt ging es etwa zweieinhalb Stunden vor Hochwasser erneut Richtung Geisedamm. Diesmal konnte der noch nicht vollständig überflutete Damm an einem Durchbruch überquert werden. Wie auf dem Satellitenbild zu erkennen, gibt es mehrere Durchbrüche, an denen sich eine stärkere Strömung bildet. Nach dem Durchbruch sollte man versuchen, dem Priel Richtung Ufer zu folgen, sonst hat man schnell Grundberührung. Nach einigen Kilometern folgt die alte Bohrplattform bei Dyksterhusen, die vor kurzem renoviert und neu gepflastert wurde. Das Gebiet um die Plattform gehört nicht zum Nationalpark, darf also auch außerhalb der 3-Stunden-Regel betreten werden. Man kann dort bequem anlegen, notfalls auch das Auto nachholen, denn man kann mit dem Auto bis auf die Halbinsel fahren.

Zusammengefasst: die 3-Stunden-Regel greift bei der Dollart-Tour automatisch, denn außerhalb dieser Zeitspanne kann man weder den Geisedamm überqueren noch ist genügend Wasser für eine Weiterfahrt vorhanden.

Bildergalerie: Ems und Dollart, Teil 1

Ems und Dollart
Start im Hafen Petkum
Ems und Dollart
Von dort geht es vorbei...
Ems und Dollart
...an mächtigem Schilfufern...
Ems und Dollart
...in die Ems. Auf der anderen Seite...
Ems und Dollart
...beginnt der Dollart...
Ems und Dollart
... mit typischem hohem Schlickwatt.
Ems und Dollart
In der Ferne das Sperrwerk Gandersum.
Ems und Dollart
kurze Pause...
Ems und Dollart
...mit Blick übers Watt auf Emden.
Ems und Dollart
Vogelwelt auf dem Schlickwatt.
Ems und Dollart
Hinter Pogum beginnt...
Ems und Dollart
...ein breiter Priel...
Ems und Dollart
...mit typischer Vogelwelt.
Ems und Dollart
Rückwärts fotografieren.
Ems und Dollart
Mit dem Hochwasser...
Ems und Dollart
...geht es weiter den Priel hinauf...
Ems und Dollart
...Blick auf das Rheiderland...
Ems und Dollart
...und Emden auf der anderen Seite.
Ems und Dollart
Einsam im Watt...
Ems und Dollart
...noch mal Emden...
Ems und Dollart
...im Hintergrund der Leitdamm.
Ems und Dollart
Wunderschön...
Ems und Dollart
...bei Gegenlicht.
Ems und Dollart
Zurück: der Priel wird voll.
Ems und Dollart
Ende!

Bildergalerie: Ems und Dollart, Teil 2

Ems und Dollart
Der Geisedamm in der Ferne
Ems und Dollart
Windenergieanlagen bei Wybelsum
Ems und Dollart
Blick zur ehem. Bohrplattform
Ems und Dollart
Sieht nach Meer aus...
Ems und Dollart
... ist aber sehr flach!
Ems und Dollart
Richtung Ufer...
Ems und Dollart
...und weiter zur Plattform
Ems und Dollart
Anlegen...
Ems und Dollart
...und ausruhen.

Bildergalerie: Ems und Dollart, Teil 3 (Pentax Optio W10)

Nochmal die Strecke Petkum - Bohrplattform und zurück, mit Bildern des Geisedamms und einem Video (Quicktime, 7 MB). Dieses Mal fotografiert mit einer Pentax Optio W10, wasserdicht.

Auch 2007 gibt es ein Video, diesmal im mpeg-Format.

Ems und Dollart
Abfahrt...
Ems und Dollart
...wie immer...
Ems und Dollart
...im Petkumer Hafen.
Ems und Dollart
Geise-Leitdamm ca. 1,5 h vor Hochwasser...
Ems und Dollart
...und etwas später.
Ems und Dollart
Da schauen nur...
Ems und Dollart
...noch wenige Steine heraus.
Ems und Dollart
Wasser satt...
Ems und Dollart
...mit Pricken
Ems und Dollart
Hafen Emden
Ems und Dollart
Ehem. Bohrplattform...
Ems und Dollart
...zum Anlegen...
Ems und Dollart
...und Pause machen...
Ems und Dollart
...mit Priel
Ems und Dollart
...zum erkunden.
Ems und Dollart
Ein Priel
Ems und Dollart
Austernfischer
Ems und Dollart
Säbelschnäbler im Watt
Ems und Dollart
Reger Schiffsverkehr im Fahrwasser

Teil 4: Nieuwe Statenzijl und Westerwoldsche Aa

Am südlichen Ende mündet auf der Niederländischen Seite bei Nieuwe Statenzijl die Westerwoldsche Aa in den Dollart. Auf einem kleinen Pfad erreicht man hier im Schilfgürtel den "Kiekkasten", der einen schönen Überlick über den Dollart mit seiner Tierwelt bietet. Man kann hier problemlos aussteigen und entweder in die Aa oder in das Wymeerer Sieltief umsetzen, auf dem man wieder nach Pogum gelangt.

Ems und Dollart
Bei Nieuwe Statenzijl (hinten der Kiekkasten)...
Ems und Dollart
...mündet die Westerwoldsche Aa...
Ems und Dollart
...in den Dollart.
Ems und Dollart
Siel und Aa, ca. eine Stunde vor Hochwasser.
Ems und Dollart
Blick in den Dollart...
Ems und Dollart
...mit typischer Vogelwelt.

Kommentare/Vorschläge

Hinweis: Die Kommentierfunktion bietet die Möglichkeit, Meinungen und Ergänzungen zu einem Eintrag zu machen. Die Kommentare stellen lediglich die Meinung des Kommentators dar. Bitte sachlich bleiben. Zitate müssen gekennzeichnet werden und der Urheber genannt werden. Kontaktadressen, Telefonnummern und Werbung sind nicht gestatttet. Kommentare können unter einem Pseudonym veröffentlicht werden.
0 Kommentare bisher (Kommentar schreiben)

Kommentar/Vorschlag abgeben:

Name:

Email:

(optional)

Link:

(optional)

Spamschutz: Meeresbucht bei Emden

Text:



© 2010 - Impressum - Rechtliche Hinweise - Copyright - Kontakt. Heute ist der 09.03.2010, es ist jetzt 22:22