Blick auf Hof Amerland

Abelitz

Blick auf Hof Amerland
Blick auf Hof Amerland

Die Abelitz ist ein altes Tief, welches von der Geest bei Marienhafe (ehem. Marienhove/Marienhoff, der Name hat also nichts mit Hafen zu tun) durch das Südbrookmerland bis Aland fließt und dort in das Alte Greetsieler Sieltief mündet.

Im Oberlauf münden das Störtebecker Tief und die Schiffsleide in die Abelitz, beide erinnern daran, dass Marienhafe einst eine direkte Verbindung zur Nordsee hatte. Das Störtebekertief war schon lange vor der Zeit des Seeräubers die Verbindung von Marienhafe zur Nordsee und hieß Kerkenriede. Die Sturmfluten Ende des 14. Jahrhunderts bahnten sich hierdurch den Weg und vergrößerten die Leybucht bis an den Ortsrand. Als im Zuge der fortschreitenden Verlandung und Eindeichung keine Verbindung mit der Leybucht mehr bestand, verband man das Störtebekertief mit der Abelitz durch die Schiffsleide. Dieser Name taucht noch im Schiffsleideweg und dem Flurnamen An der Schiffsleide auf, heute heißt sie wie der Hauptlauf. Über diesen Kanal wurde die heute noch sichtbare Schiffsleidings-Tille gebaut, um den alten Hof Wykhof wieder erreichen zu können.

Ein Verbindung von der Abelitz zum Addingaster Tief besteht leider nicht, man kann jedoch mit einem Bootswagen die etwa 3 km bis zum Osteeler Schlicktief zurücklegen und von dort in das Tief gelangen.

Durch die vielen Verzweigungen ergeben sich südlich von Marienhafe sehr schöne Rundfahrten unterschiedlicher Länge. Die Uferbereiche sind oft naturnah gestaltet und mit Schilf bewachsen. Außerdem gibt es mehrere Nebenläufe, die kleine Inseln umschließen oder durch Feuchtgebiete verlaufen. Die Vogelwelt ist vielfältig, gerade zur Brutzeit sollte man entsprechend Rücksicht nehmen. Einsetzstellen gibt es viele, unbedingt empfehlenswert ist die topographische Karte Nr. 2509 (Hinte, 1 : 25 000). Als Fausregel gilt, dass Wasserläufe, die mit mehr als einer Linie dargestellt werden, je nach Wasserstand noch fahrbar sind. Als mögliche Rundkurse bieten sich an (Fahrtdauer der Touren für Genießer und Langsamfahrer):

  • Altes Greetsieler Sieltief – Abelitz – Duchstich. Kurztour unter 2 h Fahrtdauer zum Kennenlernen. Einsatzstelle z.B. Brücken der Kreisstraße Loppersum – Wirdum.
  • Abelitz – Ablitz-Moordorf Kanal (AMK) – Schweitief – Maar. Halb- oder Ganztagestour. Einsetzstelle z.B. Brücke am Feldweg Hogelücht – Engerhaver Meede (links abbiegen von der B210 ca. 2 km vor Ortschaft Abelitz, am Bahnübergang Knopf drücken!).
  • AMK – Schweitief – Maar – AMK, in Upende bei Niedrigwasser Probleme. Richtung Ringkanal ist der AMK ca. 2 km zugeschüttet/verrohrt.
  • Abelitz – Altes Greetsieler Sieltief – Knockster Tief – Loppersumer Meer – Großes Meer (oder Marscher Tief) – Marscher Tief – AMK. Ganztagestour.

Frühjahrstour Abelitz (2004)

Es ist kalt und windig, die Wolken hängen tief, aber der Wasserstand ist hoch. Ideal, um die kleineren Wasserläufe zu testen. Von der B210 geht es Richtung Hogelücht über die Bahn. Laut Karte sieht der nun folgende Wasserlauf (Hogelüchtschloot) fahrbar aus, aber trotz des Regens ist der Wasserstand zu niedrig. Also weiter auf dem Pungerweg über den Abelitz-Moordorf Kanal zur Kreuzung. Rechts geht es nach Engerhafe, geradeaus nach Alt Siegelsum. Die zweite Abfahrt von links (Beerster Weg) endet nach 1,5 km im Feld. Dort befindet sich ein fahrbarer Schloot, der laut Karte Verbindung zur Abelitz hat und Hellschloot heißt. Also einsetzen und lospaddeln, schon nach der ersten Biegung weitet sich der Lauf, sogar eine kleine Insel hat Platz. Nach einem knappen Kilometer ist bereits die Abelitz erreicht. Das Flurstück hat hier den einladenden Namen Hölle

Links geht es weiter auf der Abelitz, unter der Brücke bei Beer durch, bald folgt rechts die Abzweigung nach Botterfleth (bi Otterfleet, also jenseits des Fleets). Das Fleet/Fleth ist der Rest eines natürlichen Wasserlaufes, welches im 15. Jahrhundert in ein Siel in der Nähe von Drenhusen mündete. Paddeltechnisch ist es jedoch eine Sackgasse.

Es folgt die Kreuzung Abelitz – Durchstich (rechts Durchstich, erbaut 1957 zur Verbesserung des Sielzuges nach Greetsiel, hier kann auch ein längerer Bogen über das Alte Greetsieler Sieltief genommen werden), links geht es weiter. Vor der Brücke liegt rechts ein kleines Feuchtgebiet. Nach einigen 100 Metern geht es links auf den AMK mit Blick auf Hof Amerland (Land am Meer). An der Biegung wieder ein kleines Feuchtgebiet parallel verlaufend. Dann folgt eine Pumpstation, links geht der AMK weiter. Man kann auch umtragen auf den parallel verlaufenden Strengschloot, eine Leitplanke als Brücke erschwert hier aber die Fahrt. An der nächsten Dammstelle wieder zurück auf den AMK, nach etwa 1 km geht links ein unscheinbarer aber fahrbarer Graben (Amerlander Schöpfwerkschloot) ab, der nach etlichen Windungen wieder auf den AMK trifft. Also noch eine Alternative.

Nun geht es unter der Brücke Punger Weg durch, dann gleich links auf den Pungerschloot. Die Dammstelle muss umtragen werden, dann bis zum „geht nicht weiter“ paddeln. Die Ufer sind hoch, man sieht nichts, aber durch die vielen Windungen ist es trotzdem interessant. Noch ein Rohr durchqueren, und bald geht nichts mehr. Aussteigen, das Boot bis zum nahen Feldweg ziehen, querfeldein etwa 800 m, das schon von weitem sichtbare Auto holen – das war’s.

Karte

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